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Milliardenerlös für Anzeigenportal: Telekom verkauft Scout24-Anteile – 21.11.2013 18:15
Für den geplanten Netzausbau in den USA und Deutschland hat die Telekom bereits jetzt rund zehn Milliarden Euro veranschlagt.

Milliardengeschenk zum Abschied: Kurz vor Ende seiner Amtszeit erlöst Telekomchef Obermann mit dem Verkauf eines Großteils der Anteile an der Anzeigengruppe Scout24 einen Milliardenertrag. Das Geld ist bitter nötig, angesichts der erforderlichen Investitionen.Kurz vor seinem Abschied von der Telekom kann Konzernchef Rene Obermann die Kassen seines Unternehmens nochmal kräftig auffüllen. Für 1,5 Milliarden Euro verkauft die Telekom 70 Prozent ihrer Internet-Anzeigengruppe Scout24 an den amerikanischen Finanzinvestor Hellman & Friedman LLC, wie der Bonner Konzern mitteilten. Insgesamt wurde die Scout Gruppe mit zwei Milliarden Euro bewertet.Mit Hellman & Friedman haben wir den richtigen Partner für die weitere Entwicklung von Scout24 gefunden”, sagte Obermann. Den Geldsegen kann die der frühere Staatskonzern für seinen geplanten Netzausbau gut gebrauchen. Überdies behält die Telekom durch ihren verbleibenden Anteil von 30 Prozent auch in Zukunft bei allen Entscheidungen bei Scout24 ein Mitspracherecht. Die im Dax Telekom-Aktie gewann in einem kaum veränderten Gesamtmarkt 0,9 Prozent auf 11,28 Euro.Mit dem Verkauf der Anzeigengruppe besiegelt die Telekom einen der größten Private-Equity-Deals in diesem Jahr, der im ersten Quartal 2014 abgeschlossen sein soll. Vorher müssen allerdings noch die Kartellbehörden ihre Zustimmung geben.

Wert bei Telekom über das Zehnfache gestiegen

In Deutschland ist Hellman & Friedman als Medien-Investor kein Unbekannter. Die Amerikaner waren bis 2010 mit einem Minderheitsanteil am Verlagskonzern Axel Springer beteiligt. Von 2003 do 2007 war die Gesellschaft Mehrheitsaktionär von ProSiebenSat.1. Zur Scout-Gruppe gehören die Anzeigenseiten Immoscout24, Autoscout24, TravelScout24 sowie Friendscout24, die zusammen pro Monat rund 13 Millionen Internet-Nutzer aus 22 Ländern anziehen.Die Telekom selbst hatte das 1998 gegründete Internetunternehmen 2004 für rund 180 Millionen Euro von der Schweizer Beteiligungsfirma Beisheim übernommen und deren Geschäftsbereich durch kleinere Zukäufe schrittweise ausgeweitet. Seinen Wert hat Scout24 in seinen neun Jahren bei der Telekom demnach um mehr als das Zehnfache gesteigert.Die Entscheidung über einen Verkauf Anteile dürfte dem im Dezember nach sieben Jahren aus dem Amt scheidenden Vorstandsvorsitzenden Obermann aus strategischer Sicht nicht allzu leicht gefallen sein. Denn durch den Zukauf von Internet-Anbietern wie Scout24 sollten eigentlich Einbrüche im Umsatz mit dem Telefongeschäft ausgeglichen werden.

Unternehmenswert vergleichsweise realistisch

Doch der für Deutschland und die USA geplante Netzausbau dürfte die Telekom immense Summen kosten. Vier Milliarden Euro sind für die Modernisierung des Mobilfunknetzes in den USA veranschlagt, weitere sechs Milliarden für den Breitband-Ausbau in Deutschland. Entsprechend hoch ist der Bedarf an frischem Kapital. Die Bankhäuser Goldman Sachs und Jefferies sowie die Kanzlei Hengeler Mueller standen der Telekom bei der Transaktion als Berater zur Seite.Insidern zufolge liegt der Firmenwert von Scout24 etwa bei dem 20-fachen des operativen Gewinns. Der Preis für Scout24 wäre damit zwar hoch, bliebe aber im Vergleich mit anderen Private-Equity-Deals noch im Rahmen aktueller Bewertungsspannen. So wird das vom Geschäftsmodell vergleichbare britische Immobilienportal Rightmove momentan mit dem 22-fachen des erwarteten operativen Gewinns bewertet.Für Beteiligungsfirmen sind das keine unüberwindlichen Hindernisse, denn Kredite sind momentan so günstig wie noch nie. Investoren finanzieren einen Großteil ihrer Übernahmen mit Schulden, die sie dann den gekauften Unternehmen aufbürden.

bwe/rts/dpa

(Foto: picture alliance / dpa)

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Milliardengeschenk zum Abschied: Kurz vor Ende seiner Amtszeit erlöst Telekomchef Obermann mit dem Verkauf eines Großteils der Anteile an der Anzeigengruppe Scout24 einen Milliardenertrag. Das Geld ist bitter nötig, angesichts der erforderlichen Investitionen.
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