Anonym im Netz Schütze Deine Identität
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Daß ein korrupter Regierungsbeamter den Dread Pirate Roberts (Betreiber des Silkroad Marktplatzes) erpresste, ist ja inzwischen bekannt. Woher kannte er die vermeintliche Identität des Betreibers? Natürlich aus dem FBI Ermittlungsakten. Dort war man allerdings noch auf der falschen Spur.

Zu dieser Zeit hielt man den Inder Anand Athavale für die wahre Identität des Dread Pirate Roberts. Wie kamen die Ermittler darauf?

Athavale schrieb Texte auf mises.org, was in den Augen der Ermittler schon einmal die passende Gesinnung offenbarte. Weiterhin versuchte man das Sprachprofil von DPR’s Chats mit verdeckten Ermittlern mit öffentlich zugänglichen Daten zu vergleichen. Dabei fielen Gemeinsamkeiten der beiden Identitäten auf.

So schrieben beide laut eines Forbes-Artikels statt „a lot“ oft „alot“, „labor“ statt „labour“, „real time“ als „real-time“ usw. Auch bestimmte Ausdrücke wie “intellectual laziness,” “agorism”, „agorist”, “counter-economics”, “altruistic” und “anarcho-capitalist” verwendeten beide.

In diesem Fall hat das Language Profiling zwar ein falsches Ergebnis geliefert, aber das ändert natürlich nichts an der prinzipiellen Gefahr, damit zusammenhängende Identitäten aufzudecken.

Um diese Gefahr zu umgehen, muss man ersteinmal bei sich selbst diese Eigenheiten entdecken. Meist geschieht dies ja völlig unbewusst.

Wer mehrere Identitäten verwendet, sollte selbst einmal diverse Texte, die man geschrieben hat, zusammentragen und dann genau unter die Lupe nehmen, oder eine andere Person darüber schauen lassen.

Die einzige wirkliche Sicherheit wäre, unter seiner echten Identität möglichst nichts oder nur sehr wenig zu schreiben. Dann lassen sich allerhöchstens sämtliche Tarnidentitäten miteinander in Verbindung bringen.

Language Profiling – Dein Schreibstil verrät Dich
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