Anonym im Netz Schütze Deine Identität
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swatWer Dateien in der Cloud (Google Drive, Dropbox etc.) speichert, kann schnell Beschuldigter in einem Ermittlungsverfahren werden. Die Anbieter untersuchen nämlich die Dateien automatisiert auf vermeintlich illegale Inhalte. Bei einem Treffer rückt in den Morgenstunden die Polizei an und durchsucht das Haus.

Wie kann man sich davor schützen?

Wie Internetnetanwalt Udo Vetter in seinem Lawblog berichtet, kam es zu einer Hausdurchsuchung bei einem „Internet Junkie“, der wahllos Dateien, darunter auch Pornografie, sammelte. Die automatische Schnüffelsoftware entdeckte in der Cloud eine vermeintlich kinderpronografische Datei und alarmierte die amerikanischen Behörden, welche wiederum das BKA in Wiesbaden informierten.

Es folgte der übliche Durchsuchungsbeschluss und die Hausdurchsuchung. Abgesehen vom Gefühl, in seiner eigenen Wohnung nicht sicher zu sein, bedeutet dies den Verlust sämtlicher Hardware für einige Monate oder gar Jahre, Gesprächsstoff bei den Nachbarn oder auf der Arbeitsstelle, eine mindestens vierstellige Anwaltsrechnung und ggf. strafrechtliche Konsequenzen. Sei es auch nur eine Einstellung gegen Geldauflage nach §153a.

Was kann man tun?

Wer unbedingt Daten in der Cloud speichern will, sollte diese vorher verschlüsseln, und zwar mit einem Schlüssel den der Cloudanbieter nicht kennt. Eine „eingebaute“ Verschlüsselung hilft hier nichts, da der Anbieter die Dateien auf seinen Servern entschlüseln und untersuchen kann. Empfehlenswert ist die Software boxcryptor, die mit Einschränkungen auch kostenlos benutzt werden kann.

Es stellt sich allerdings wieder die Frage, ob dann nicht vielleicht der Anbieter dieser Software die Daten entschlüsseln und untersuchen könnte.

Wer sich mit Systemadministration auskennt, kann seinen eigenen, verschlüsselten Server bei einem anonymen Hoster einrichten und die Daten nur mit Open Source Software ohne Dienste Dritter synchronisieren.

Hausdurchsuchung – wegen EINER Datei in der Cloud
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