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Digital Gestern, 08:20
NSA und GCHQ spionieren App-Nutzer aus: Neugieriger Schlumpf hört Handynutzer ab

Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden zeigen, wie der britische und amerikanische Geheimdienst Nutzer populärer Applikationen ins Visier nehmen.

hes. NSA und GCHQ spionieren auch App-Nutzer aus, wie die «New York Times», «ProPublica» und der «Guardian» unter Berufung auf Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden berichten. Als Beispiel für abgefangene Daten wie Handymodell, Alter des Anwenders, Geschlecht und Standort genannt. Der «Guardian» nennt zwar das populäre Spiel «Angry Birds» in diesem Zusammenhang. Allerdings werden in zwei auf cryptome.org zu findenden Geheimdienst-Präsentationen keine Apps erwähnt. Wie Jeff Larson von «ProPublica» allerdings via Twitter wissen liess, habe man die Folien, welche auf «Angry Birds» verweisen, nicht publiziert. Die Entwicklerfirma Rovio teilte mit, man wisse nichts von entsprechenden Geheimdienstaktivitäten. Davon abgesehen: Applikationen liefern laut den Berichten weitere Informationen – etwa zur sexuellen Orientierung des Nutzers. Ausserdem sind beispielsweise Rückschlüsse auf das Einkommen, Bildungsniveau oder die Anzahl der Kinder möglich.

Seit Mitte Januar bekannt ist, dass die NSA im Rahmen des Programms «Dishfire» weltweit täglich nahezu 200 Millionen SMS-Nachrichten gesammelt hat, um unter anderem Informationen über Reisepläne, Kontakte und Finanztransaktionen abzufangen. Diese Daten dürften mit jenen aus Apps kombiniert worden sein, um detaillierte Profile der User erstellen zu können. Die NSA liess damals wie heute wissen, derartige Programme würden nur gegen «gerechtfertigte Geheimdienstziele im Ausland» eingesetzt.
Lieferketten unterbrochen

Ende Dezember hatte Sicherheitsexperte Jacob Appelbaum am Chaos Communication Congress in Hamburg interne Dokumente gezeigt, die nahelegen, dass die NSA 2008 eine Schadsoftware namens DROPOUTJEEP entwickelte, um iPhones auszuspionieren. Dies schloss beispielsweise das Abgreifen von Ortsdaten, Sprachnachrichten und SMS ein. Laut den Dokumenten rühmte sich die NSA einer hundertprozentigen Erfolgsquote beim Zugriff auf Apple-Geräte. Zu vermuten ist, dass physischer Zugriff auf die Gadgets benötigt wurde, um die Spyware zu installieren. Die NSA soll dazu Lieferketten unterbrochen haben. Zu lesen war auch, dass eine Version in Entwicklung sei, die sich aus der Ferne auf Geräte bringen lässt. Was indes aus DROPOUTJEEP wurde, ist unbekannt.

Randnotiz: Der britische Geheimdienst GCHQ hat seine Software zum Ausspionieren von Smartphones offenbar nach den Schlümpfen benannt, wie nun zu lesen ist. Wird ein Gerät geortet, kommt ein Programm namens Tracker Smurf (Fährtenleser Schlumpf) zum Einsatz. Ein Programm namens Nosey Smurf (neugieriger Schlumpf) schaltet das Mikrofon ohne Wissen des Nutzers an. Dreamy Smurf (verträumter Schlumpf) schaltet ein ausgeschaltetes Gerät per Fernzugriff ein. Die Technologie zum Verbergen der Spionagesoftware nennt sich Paranoid Smurf (paranoider Schlumpf).
Offener Brief von Sicherheitsexperten

Unterdessen haben bekannte US-Sicherheitsexperten wie Bruce Schneier und RSA-Erfinder Ron Rivest mit einem offenen Brief gegen die Massenüberwachung und die damit einhergehende Schwächung der Kommunikationsinfrastruktur durch die Geheimdienste protestiert. Diese beinträchtige nicht nur die freie Meinungsäusserung, sondern erleichtere auch Cyberkriminellen weltweit das Geschäft. Die rund 50 Unterzeichner betonen, Geheimdienste müssten spionieren, doch das sei auch möglich, ohne die Sicherheit von Systemen zu gefährden, welche Handel, Unterhaltung und Kommunikation weltweit ermöglichten.

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Comment (1)

  1. Mac Aguilar said on 20-08-2015

    interesant

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