Anonym im Netz Schütze Deine Identität
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Die Behörden werden nicht müde, weiter die Vorratsdatenspeicherung zu fordern, da ohne sie angeblich viele Straftaten im Internet nicht aufgedeckt werden könnten. Als Beispiel wird hier das Auffinden des “SPD-Hackers” namens ZyklonB genannt.

Allerdings bleiben bei dieser Aktion viele Fragen offen. Bei genauem Lesen könnte man sogar der Meinung sein, dass, entgegen der Aussage des BKA, die Vorratsdatenspeicherung bei diesem Fall gerade nicht weitergeholfen hat.

Zuerst mal ist hier ein Link auf den Originalartikel bei heise.de.

Wie beschrieben steht, hat der “Hacker” seine IP regelmässig über TOR verborgen. Allerdings hat er wohl mindestens zwei seiner “Opferseiten” Monate zuvor ohne verschleierte IP direkt besucht. Über diese IP sei man, aufgrund der Vorratsdatenspeicherung in Frankreich, an den Anschlussinhaber gekommen. Anschliessend hat man wohl Facebook nach dieser IP gefragt und somit den Account des 16 jährigen Hackers gefunden.

Folgende Fragen stellen sich natürlich dabei:

  • Nur weil jemand beide Seiten Monate zuvor besucht hat, gerät er in Verdacht? War es die einzige IP, die beide Seiten in den letzten Monaten besucht hat? Offensichtlich war es so.
  • Hat er beide sehr zeitnah besucht? Sonst hätte sich seine IP doch inzwischen sicher geändert. Oder hat er gar eine statische IP? Dann ist die Vorratsdatenspeicherung ja total unnötig, die braucht man nämlich nur bei dynamischen IPs.
  • Für die statische IP spricht auch, dass er unter dieser IP bei Facebook war. Auch hier hat die Vorratsdatenspeicherung nicht zum Ziel geführt, sondern die Abfrage bei Facebook. Den Anschlussinhaber hätte man dazu garnicht wissen müssen, wenn bei Facebook die realen Daten stehen.

Alles in allem ist das eher ein Beispiel, wie man auch ohne Vorratsdatenspeicherung einen Fall lösen kann. Und ein sehr abschreckendes Beispiel dazu, dass zur Jagd auf einen 16 jährigen Hobby-Hacker die Daten von Millionen Menschen gespeichert werden sollen.

 

Fahndungserfolg dank Vorratsdatenspeicherung. Oder doch nicht?
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Comment (1)

  1. Hein said on 08-10-2012

    “Vorratsdatenspeicherung ja total unnötig, die braucht man nämlich nur bei dynamischen IPs.”

    Und selbst für dyn. IP´s ist VDS Overkill.

    Bei VDS wird schließlich (allein im Internetsektor) weit mehr gespeichert, als wer wann welche IP hatte.

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